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MUT, WITZ und
WIDERSTAND
in den Bergen

Veranstaltungen & Aktionen

Alle geplanten und vergangene Veranstaltungen von PRO VITA ALPINA in Österreich & Südtirol findest du hier

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WIDERSTAND
in den Bergen

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in Österreich & Südtirol findest du bei facebook.com/provitaalpina

Mut, Witz und Widerstand in den Bergen

Pro Vita Alpina wurde im Jahre 1972 als Arbeitsgruppe gegründet. Seit 1989 besteht der eigenständige Verein Pro Vita Alpina, dessen Tätigkeitsbereich sich, von Österreich ausgehend auf den gesamten Alpenraum erstreckt. Pro Vita Alpina sieht sich auf Grund der spartenübergreifenden Kulturarbeit als klassische Kulturinitiative. Der Verein war Gründungsmitglied der Plattform Tiroler Kulturinitiativen TKI im Jahre 1989 und der IG Kultur Österreich im Jahre 1990. 2006 wurde bei der Vereinsbehörde Imst der bisherige Vereinsnamen Pro Vita Alpina ergänzt mit dem Zusatz Österreich und ist nunmehr als eigenständiger Verein Pro Vita Alpina Österreich registriert. In Italien wurde der Verein Pro Vita Alpina Südtirol angemeldet. Pro Vita Alpina International ist unabhängig davon weiterhin als Netzwerk international, alpenweit und interdisziplinär tätig.

Pro Vita Alpina steht für:

* die Förderung von kulturellen und gesellschaftspolitischen Entwicklungen in ländlichen Regionen unter dem Aspekt der „Nachhaltigkeit“

* die Durchführung von kulturellen und künstlerischen Projekten

* die Förderung der Alltagskultur

* die Förderung von regionalen, nationalen und grenzüberschreitenden internationalen Kooperationen und der Zusammenarbeit von Einzelpersonen, Initiativen und Gruppen mit ähnlichen oder gleichen Zielsetzungen – sowohl aus ländlichen als auch aus urbanen Bereichen

* die Auseinandersetzung und damit verbundenen Feldforschungen zur regionalen und grenzüberschreitenden Geschichte

* die Herausgabe von Publikationen zu vorangeführten Themenkreisen

* die Durchführung von Aktionen zur Wiederbelebung von altem Wissen und Dokumentation derselben zur Entwicklung von zukunftsweisenden Strategien

PRO VITA ALPINA

AKTUELL

UNESCO Auszeichnung für grenzüberschreitende Schaftriebe

Die Kultur des Ötztals ist traditioneller Weise ein wichtiger Teil des Lebens im Tal und gewinnt immer mehr an nationaler Bedeutung. Nach dem Ötztaler Dialekts im Jahr 2010 wurde nun der grenzüberschreitende Schaftrieb – die Transhumanz auf die Liste des Immateriellen Kulturerbe der UNESCO aufgenommen.
Praktiken, Wissen und Fertigkeiten, Darstellungen und Ausdrucksformen, die von Gruppen und Gemeinschaften als Bestandteil des kulturellen Erbes gesehen werden, zählen zum immateriellen Kulturerbe. Dieses alte Wissen, die Bräuche und Befähigungen, von einer Generation an die nächste weitergegeben, gelebt und weiter gestaltet, wird von der Unesco als erhaltenswert eingestuft und mit der Auszeichnung “immaterielles Kulturerbe” versehen.
Die grenz- und gletscherüberschreitenden Schaftriebe in den Ötztaler Alpen erfüllen laut Unesco Jury, die Voraussetzungen und wurden nun auf die österreichische Liste des immateriellen Kulturerbes aufgenommen. Pro Vita Alpina Österreich und der Südtiroler Kulturverein Schnalstal freuen sich über diese Auszeichnung und werden in den weiteren Vereinsprogrammen und Veranstaltungen das Thema Transhumanz verstärkt bearbeiten.

Als Transhumanz versteht man im Allgemeinen eine besondere Form der Wanderweidewirtschaft, bei der die Weidegebiete der Tiere, insbesondere Schafe, gewechselt werden.

Obwohl diese Art der Wandertierhaltung seit Jahrhunderten tradiert und in ganz Europa verbreitet ist, zeigen sich gerade die Schafübertriebe im Gebiet der Ötztaler Alpen, im ganz markanten und transzendierenden, den geografischen Verhältnissen und Begebenheiten, dem „Wissen und Praktiken in Bezug auf die Natur und das Universum“ angepassten Kleid.

Die (hoch)-alpine Transhumanz führt nicht nur Treiber und Tiere im wahrsten Sinne des Wortes an Grenzen, sondern führt zudem als einziges Ereignis alljährlich über die Gletschergebiete von Süd- und Nordtirol – vom Schnalstal, Passeiertal und dem Vinschgau auf die Weidegebiete des hinteren Ötztales. Damit ist diese besondere Form der Schafübertriebe gegenwärtig die einzige grenzüberschreitende Transhumanz.

Aus der Ur- und Frühgeschichtsforschung ist inzwischen gesichert, dass es die Schaftriebe von Südtirol ausgehend auf die Weiden im hinteren Ötztal in Nordtirol über die zum Teil vergletscherten Jöcher seit mindestens 6000 Jahren gibt.

Zu den Schaftrieben kommen insgesamt ca. 70-80 Männer, zum Teil auch Frauen, aus dem Schnalstal und aus dem Vinschgau als Treiber. Auf dem Rückweg, also auf dem Weg über das Timmelsjoch ins Passeiertal sind es vorwiegend Männer aus Obergurgl im Ötztal.

Die aktuellen Schaftriebe führen über das Timmelsjoch (2494 m), das Hochjoch (2885 m) und das Niederjoch (auch Schnalserjoch genannt 3017 m), mit einer Herdengröße von ca. 5000 bis 5500 Stück.

Wer einmal oder gar mehrmals bei den Schaftrieben dabei gewesen ist, beschreibt dieses Ereignis als überaus altertümlich, beinahe archaisch und trotzdem sehr lebendig und aktuell. Die Teilnahme an den traditionellen Schaftrieben zwischen Ötztal und Passeiertal, bzw. Schnalstal und Ötztal ist für alle, die einmal mit den Schafen gegangen sind, ein außergewöhnliches Erlebnis.

An die 10.000 Schafe weiden im Sommer auf einer Fläche von 9000 ha auf Sölder Gemeindegebiet. Rund 6.000 der wolligen Grenzgänger kommen aus Südtirol.
Aus dem Jahre 1415 ist eine Urkunde überliefert, die bis auf den heutigen Tag, also seit knapp 600 Jahren beinahe wortwörtlich in Gebrauch ist und die zwischen den Bewohnern des Schnalstales und den Einwohnern von Vent abgeschlossen worden ist. Sie regelt die Grundbesitze und die Weiderechte.
Ungefähr 30 Bauern aus dem Schnalstal sind mit ca. 3.000 Hektar größte private Grundbesitzer im hinteren Ötztal. Obergurgl und vor allem Vent sind von Süden her, also aus Südtirol besiedelt worden. Vent mit Rofen hat bis vor ca. 170 Jahren zum Gericht Kastelbell, zur Pfarre Tschars im Vinschgau und zur Diözese Chur gehört. Trotz der scharfen Grenzziehung ab 1918 sind die Kontakte vor allem von Vent und Obergurgl zum Schnalstal, zum Passeiertal und zum Vinschgau lebendig geblieben, auch dank der Schaftriebe.

Wir freuen uns, dass der grenzüberschreitende Antrag auf Anerkennung als immaterielles Kulturerbe Bestätigung fand. Die Besonderheit ist nämlich nicht nur der uralte Brauch, sondern auch die Bewerbung an sich, die Österreichweit die erste grenzüberschreitende Einreichung war.

nationalagentur.unesco.at

UNESCO Auszeichnung für Ötztaler Mundart

Der Ötztaler Dialekt stellt das stärkste und das am meisten prägende Element der lokalen Identität der Bevölkerung des Ötztales dar. Für Nicht-Ötztaler mitunter unverständlich, blickt diese lokal begrenzte sprachliche Einzigartigkeit auf eine rund 900-jährige unveränderte Tradition zurück.

Die Ötztaler Mundart als „älteste Sprache Österreichs“ ist seit 2010 „immaterielles Kulturerbe“, offiziell anerkannt von der UNESCO – zugleich jahrhundertealt und heute noch lebendig, frisch und aktuell.

Die vergleichsweise auch so alten Mundarten bzw. Sprachen in den sieben und dreizehn Gemeinden der italienischen Provinzen Vincenca und Verona sind inzwischen verklungen.

Wir im Ötztal haben jetzt den ältesten bairischen Dialekt, die „älteste Sprache Österreichs“.
Deswegen ist es auch möglich gewesen, dass die Ötztaler Mundart von der UNESCO den Ehrentitel und die Auszeichnung als „immaterielles Kulturerbe“ bekommen hat.
Das hat einen neuen „Identitäts-Schub“ im Tal ausgelöst. Vielleicht rettet uns die Mundart vor dem Totalverlust der Tal-Identität.

Dazu formuliert die UNESCO: „Mehr noch als historische Bauwerke oder Landschaften sind diese oft nur münd- lich tradierte Praktiken identitätsstif- tend und für die Gemeinschaften von hoher Bedeutung. Gerade im Zeitalter der Globalisierung gewinnen regionale Traditionen und lokales Wissen stark an Bedeutung.“

Sall Wöll!

hans haid

nationalagentur.unesco.at

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